Bewertungsprotokoll Regionalentscheid 2008

Endlich haben wir am 22.12.2008 das Bewertungsprotokoll über den Regionalentscheid erhalten.
Es enthält ein wertvolles Feedback über die Außenwahrnehmung Oberquembachs sowie Hinweise für die zukünftigte Entwicklung unseres Dorfes.

Es sollte für uns Oberquembacher Anstoß sein für weitere Aktivitäten zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit unseres Dorfes.

Regionalentscheid 2008 der Region West

(Landkreis Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Limburg-Weilburg)

 

Bewertungsprotokoll
für:
Schöffengrund - Oberquembach


Gruppe B - Orte ohne Dorferneuerung

Besuch der Kommission am 02.09.2008

Die Bewertungskommission kommt zu folgendem Ergebnis:

Allgemeines

Die Bürgerinnen und Bürger von Oberquembach (651 Bewohner) haben zum ersten Mal am Wettbewerb teilgenommen. Die zum Besuchstermin vorgestellten Inhalte, Besonderheiten, Problemstellungen, Konzepte und Lösungsansätze des Ortes werden betrachtet.

Allgemeine Entwicklung

Bewertet werden die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Ortsbeirat und Bewohnern sowie die Qualität und Umsetzung der örtlichen Planungen und Konzepte. Ein verantwortlicher Umgang mit den natürlichen Ressourcen wird seitens des Wettbewerbes positiv betrachtet. Ebenso betrachtet wird die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Grundausstattung im Hinblick auf die örtlichen Erfordernisse und ihrer Qualität. Die Entwicklung eigener Wertschöpfungsketten im Dorf soll durch den Wettbewerb angeregt werden.

Lobend herausgestellt wird:

  • die Untersuchung der Altersstruktur der Bewohner pro Wohneinheit im Ortskern und die damit verbundene Aufstellung eines Leerstands- oder vom Leerstand bedrohten Katasters. Grundlage für die weitere Planung den alten Ortskern zu stärken und eine Chance frühzeitig Gegenmaßnahmen, zu den Problemen die aus dem demographischen Wandel entstehen, einzuleiten.
  • die Stärkung des alten Ortskern durch den Verzicht auf ein neues Baugebietes, mit dem Ziel Leerstand und Zerfall vorhandener Bausubstanz zu vermeiden
  • der in Eigenleistung mit Unterstützung der Gemeinde renovierte Jugendraum im OG des alten Backhauses. Durch die Erhaltung des ortsbildprägenden Gebäudes, zusammen mit dem Brandweiher wird die geschichtliche Identität des Ortes lebendig.
  • die seit 30 Jahren ehrenamtlich geführte Bücherei, ein Kommunikationstreffpunkt für junge und alte Bürgerinnen und Bürger

Angeregt wird:

  • den Einkaufsmarkt erhalten durch die Zusammenlegung verschiedener Dienstleistungen in einem Dorfzentrum mit Post, Bank, Café.
  • Stärkung und Einbindung der ortsansässigen landwirtschaftlichen Betriebe durch Möglichkeiten zur Direktvermarktung ihrer Produkte.
Bürgerschaftliche Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen

Betrachtet werden die kulturelle Vielfalt, das soziale Gefüge, die wirtschaftlich-soziales Initiativen und die dörfliche Identität des Ortes.

Lobend herausgestellt wird:

  • Analyse der Altersstrukturen und erheben des Gebäudekatasters
  • Analysen der Grundversorgung, der Handlungsfelder, der möglichen Angebote aus Ehrenamt
  • Eigene Homepage
  • Sehr rege und interaktive Sportgemeinschaft
  • Wiedergeburt des Jugendraums - Sanierung/Renovierung, Top und Flops
  • Aktivitäten des Jugendclubs - Umwelt/Kultur/Politisch/Sportlich
  • Eigenversorgung durch kleinen "Tante Emma" - Laden
  • Bücherei im Ehrenamt

Angeregt wird:

  • Angedachte Projekte weiterführen
  • Gemeinsame Aktivitäten von Jung und Alt entwickeln
  • Möglichkeiten der Weiterführung des Ladens prüfen z.B. unter anderem Modell
Baugestaltung und -entwicklung

Betrachtet werden die Baugestaltung und -Entwicklung im öffentlichen und privaten Bereich.

Die Struktur des Ortes wird überwiegend durch den Quembach geprägt, an dessen Ufern sich auch die ursprünglichen Siedlungsentwicklungen vollzogen.

Der Ort vermittelt kein geschlossenes Innerortsbild und weist hier in Bezug auf Städtebau und Baugestaltung Defizite und Störungen auf. Der Ort bietet insofern dahingehend genügend Spielraum für Änderungen und Verbesserungen.

Neben der sehr breit angelegten Ortsdurchgangsstraße sind sehr viel versiegelte Flächen, neben einer auch durchaus gegebenen Grüngestaltung, anzutreffen.

Für die besagte Ortsdurchgangsstraße erscheint eine Planung zur besseren Straßenraumgestaltung unbedingt erforderlich.

Der Erhalt, die Pflege und die sinnvolle Nutzung der denkmalgeschützten Alten Schule, einem charakteristischen Schulbau der Region von 1839, ist als „Haus der Vorgeschichte" ausdrücklich zu begrüßen.

Im ortsbildprägenden Zusammenhang mit der Kirche und dem ehem. Backhaus, mit heutiger Nutzung als Jugend- und Kinderhaus, was positiv zu sehen ist, ist einer der letzten Brandweiher des Kreises erhalten.

Mit der Neugestaltung seiner Einfriedigung und der Stützmauer zum Bachlauf, mit regionaltypischem Bruchsteinmauerwerk, ist hier ein innerörtlicher Blickfang anzutreffen.

Bei den nicht vorgestellten Neubaugebieten ist erfahrungsgemäß von einer zeittypischen Bebauung und Gestaltung auszugehen.

Grüngestaltung und -entwicklung / Dorf in der Landschaft

Betrachtet werden die Gestaltung, Nutzung und Pflege von Grünanlagen im öffentlichen und privaten Bereich sowie Gestaltung, Entwicklung, Nutzung und Pflege der Kulturlandschaft.

Lobend herausgestellt wird:

  • Erhalt vieler großkroniger Einzelbäume
  • regionaltypische Gärten
  • weitgehend naturbelassener Bachlauf
  • Gestaltung Löschteich und Kirmesplatz
  • Vorhandene Fassadenbegrünungen
Angeregt wird:
  • Mauer an der Kirche nicht versetzen, stattdessen Straße verschmälern
  • Blumenkübel gegen Fassadenbegrünung tauschen
  • Gemeinschaftlich Fachinformationen und -Veranstaltungen organisieren zu regionaltypischen Grüngestaltungen für Fassaden, Gärten, Freiflächen und deren Pflege
Gesamtbewertung:

Der beschrittene Weg sollte weiter von der Dorfgemeinschaft verfolgt werden. Für eine erste Teilnahme am Wettbewerb wurden gute Ergebnisse erzielt. Eine kontinuierliche Beschäftigung mit allen Themen, die im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" benannt sind, stärkt die Dorfgemeinschaft. Dabei sollten fachliche Anforderungen und Erkenntnisse der heutigen Zeit berücksichtigt und traditionelle sowie naturräumliche Gegebenheiten eingebunden werden. Für die Zukunft wünschen wir weiterhin viel Erfolg und einen guten Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft.


 

Höchstpunkte

Erreichte Punkte

Allgemeine Entwicklung

10

7,5 (75%)

Bürgerschaftliche Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen

 

 

 

Kulturelle Vielfalt

10

8 (80%)

 

Soziales Gefüge

10

8 (80%)

 

Wirtschaftlich-soziale Initiativen

10

8 (80%)

 

Dörfliche Identität

5

3 (60%)

Baugestaltung und -entwicklung

 

 

 

Im öffentlichen Bereich

10

6 (60%)

 

Im privaten Bereich

10

6 (60%)

Grüngestaltung und -entwicklung

 

 

 

Gestaltung, Nutzung und Pflege von Grünflächen im öffentlichen Bereich

10

7 (70%)

 

Gestaltung, Nutzung und Pflege von Grünflächen im privaten Bereich

15

9 (60%)

Dorf in der Landschaft

10

8 (80%)

 

 

 

Gesamtpunktzahl

100

70,5 (70,5%)

 

Die Bewertungskommission der Region West