Passiven Chor

passive Vereine haben in der Regel aktive und passive Mitglieder. So hat auch der Oberquembacher Männergesangverein „Liederkranz“ Mitglieder, die aus beruflichen oder sonstigen Gründen nicht regelmäßig an den Gesangstunden teilnehmen können und sich deshalb entschlossen haben, als passive Mitglieder den Verein zu unterstützen.

Einmalig in der Musikwelt ist es jedoch, dass ein Teil dieser passiven Mitlieder einen Chor gegründet hat, mit dem Ziel, eigene Lieder zu präsentieren und geselliges Beisammensein zu pflegen.

So wurde „unter dem Dach und der Obhut“ des Männergesangvereins „Liederkranz“ 1975 der Passiven Chor gegründet und stellte sich zur Fastnacht im selben Jahr als Gesangsgruppe vor. Zunächst bestand der Verein nur aus männlichen Mitgliedern, jedoch bald nach der Gründung öffnete er sich auch für das weibliche Geschlecht, sodass die Anzahl der Mitglieder schnell auf mehr als 32 Personen anwuchs. Dass sich der Passiven Chor „hören“ lassen kann, zeigt die Tatsache, dass ehemalige Sänger ihre Liebe für den Chorgesang entdeckt haben und nunmehr aktive Sänger im „richtigen“ Männerchor sind. Darauf sind die Mitglieder des Passiven Chores stolz und nennen sich spaßeshalber „die Talentschmiede des MGV Liederkranz“.

 Eine Besonderheit sind die Gesangsdarbietungen des Chors, die bei Geburtstagen, Jubiläen oder auch bei der Faschingsveranstaltung der Oberquembacher Vereinsgemeinschaft präsentiert werden. Texte der Lieder werden in der Regel von dem prominentesten Mitglied des Chores, Ursula Ströhle, die auch das aktuelle Hesssenlied gedichtet hat, verfasst. Die Texte selbst haben immer einen aktuellen Bezug zum Jubilar. So wird zum Beispiel in lustigen Versen über sein ereignisreiches Leben berichtet. Die Musik stammt passend zu den Versen aus Schlagern, die jeder kennt. Immer jedoch wird als krönender Abschluss das „Kerzenlied“ (Melodie: Ein schöner Tag.....) gesungen. Hierbei wird bei abgedunkeltem Raum ein Tablett mit brennenden Kerzen dem Jubilar übergeben und gesungen:

Ein schöner Tag ward Dir beschert,
wie es nicht viele gibt.
Von reiner Freude angefüllt
und Sorgen ungetrübt.

Mit netten Gäst von nah und fern
so fing die Feier an,
mit Wünschen, alle gut gemeint
sind alle hier vereint.

Ein schöner Tag voll Harmonie
ist wie ein Edelstein.
Er strahlt Dich an und ruft Dir zu:
Heut sollst Du glücklich sein.

Und was das Schicksal Dir auch bringt
was immer kommen mag,
es bleibt Dir die Erinnerung
an einen schönen Tag.

Nun zünden wir die Lichter an
und bringen sie zu Dir.
Ihr Schein wird leuchten viele Stund
Dir zur Erinnerung!

Legendär sind die Auftritte des Chors bei den bunter Abenden, den Faschingsveranstaltungen der Vereinsgemeinschaft Oberquembach. Besonders erwähnenswert ist die Veranstaltung, die zum Motto die Neueröfffnung des Einkaufsmarktes Edith Schmidt hatte. Zum geflügelten Wort wurde hier die auf die Hilfsbereitschaft von Heinz Schmidt hinweisende Aussage von Edith Schmidt: „Saans dem Heinz, der Heinz mecht doas gern!“

Im Jahre 1995 wurde das 20jährige Bestehen des Vereins am 11.11. mit der Erstürmung des Schöffengrunder Rathauses eröffnet. Ein einmaliger Vorgang, der erst viel später von den Niederquembacher Narren wiederholt werden sollte. Die Jubiläumsfeier wurde danach mit einem rauschenden Fest im Dorfgemeinschaftshaus unter Beteiligung von Schöffengrunder Offiziellen und den Oberquembacher Vereinen fortgesetzt. Der 40jährige Geburtstag des Chores im Jahr 2015 war bei weitem nicht so aufregend und gab sich auch wegen der etwas älter gewordenen Mitgliedern viel ruhiger und privater.

Für die Geselligkeit und gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen ist der Vergnügungsausschuss des Chors verantwortlich. Die Mitglieder dieses Ausschusses werden nicht gewählt, sondern jeweils durch Los bestimmt. Wobei jedes einzelne Mitglied des Chors einmal im Vergügungsausschuss gewesen sein muss. Traditionell bestimmt auch der Vergnügungsausschuss über den jährlich stattzufindeten „Postegang“, bei dem auch das Quembacher Lied des Chores gesungen wird:

Heim, heim woll´n wir ziehn, in das schöne Quembachtal,
wo das Korn golden reift, wo der Bussard noch greift,
wo noch Blumen blühn ohne Zahl.
Heim, heim woll´n wir ziehn, in das schöne Quembachtal,
wo mit der Zeit man auch geht, doch der „Dorfwind“ noch weht,
und wer Heimat sucht, komme einmal.