Tischtennis Abteilung - Geschichtliches seit 1953

verein01Im Juni 1953 wurde die Tischtennisabteilung der Sportgemeinschaft Oberquembach von den Sportkameraden Willi Ebert, Herbert Ebert, Rudi Reitz, Horst Söhngen, Erwin Rehorn und Herbert Schmidt gegründet, die auch gleichzeitig die erste Verbandsrundenmannschaft bildeten. Bis auf Erwin Rehorn sind die „Männer der ersten Stunde“ leider bereits verstorben.

Im August 1953 wurde die Tischtennisabteilung in den Hessischen Tischtennisverband aufgenommen.

Spiellokal für die sportlichen Aktivitäten wurde das damalige Vereinslokal der SG Oberquembach, das Gasthaus „Zur Linde“; der große Saal musste die nicht vorhandene Turnhalle ersetzen und von Duschanlagen war in den Anfangsjahren nicht die Rede. Diese „Provisorien“ empfand man nicht als solche, sie taten der Spielfreude und der Motivation keinen Abbruch. Außerdem war der Weg von der „Platte“ zur geselligen Theke denkbar kurz und die Gäste des Lokals waren oft auch Zuschauer beim Tischtennis. Sogar während der Trainingsstunden war für Tipps von den „Fans“ gesorgt.


Von Anfang an wurde in Oberquembach gerne und mit Engagement Tischtennis gespielt. Die Abteilung erfuhr unter der mustergültigen Leitung von Willi Ebert in den nächsten Jahren einen stetigen sportlichen Aufschwung. Das konnte man daran sehen, dass sich schon bald Buben und Mädchen für diesen Sport begeisterten. Willi Ebert, der Lehrer an der hiesigen Schule war, richtete Trainingsstunden für den neuen Nachwuchs ein. Voller Nostagie denkt man heute daran, dass diese Schülerinnen und Schüler im Winter von zu Hause Holz und Briketts mitbrachten, um für die Trainingsstunden den großen Ofen im Saal zu heizen. Schon bald konnte man Nachwuchsmannschaften aufstellen. Für diese jungen Sportler war es zum damaligen Zeitpunkt immer ein Erlebnis, wenn zu Turnieren oder Kreismeisterschaften gefahren wurde.

Als größten sportlichen Erfolg sei das Vordringen der weiblichen Jungendmannschaft im Jahre 1957 in der Besetzung Uta Söhngen (Beimborn), Petra Ebert (Beeser), Anita Hain (Beer) und Renate Schmidt (Mignon) bis ins Endspiel um den Hessenpokal gegen den SV Hanau-Wolfgang zu erwähnen.

Mit Schmunzeln erinnert man sich an Erzählungen der Gründer, dass sich bereits im ersten Spieljahr beim Doppeltraining ein Schläger verirrte und einem Spieler einen Zahn ausschlug. Doch die Lust  am Tischtennisspiel ging dadurch nicht verloren. Echter olympischer Gedanke spielte eine große Rolle, deshalb waren auch die Ergebnisse in der Verbandsrunde oft nur zweitrangig. Für Heiterkeit sorgten auch die Anekdoten der „Stammväter“ über die obligatorischen Montags-Auswärts-Spiele. Kam man doch so durch diese wohlüberlegte Terminierung in den Genuss, auf dem Heimweg irgendwo im Umkreis eine Kirmes zu besuchen.

Welche Bedeutung das Tischtennisspielen und das sich anschließende Beisammensein hatten, kann man daraus ersehen, dass der Sportkamerad Horst Söhngen, der damals zwischenzeitlich nach Langhecke im Oberlahnkreis geheiratet hatte, sommers wie winters zu Spiel- und Trainingszeiten die Strecke nach Oberquembach mit dem Motorrad zurück legte.

- Gute alte Zeiten, wo seid ihr geblieben sad

Obwohl viele Jahre nur eine Seniorenmannschaft an der Verbandsrunde teilnahm, entwickelte sich durch die Begeisterung ein reges Vereinsleben, in dem nicht nur sportliche Ziele, sondern auch die Geselligkeit eine große Rolle spielten und auch heute noch spielen.

Schon im Frühjahr 1955, zwei Jahre nach Gründung der Abteilung, konnte aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Sportgemeinschaft Oberquembach das erste Tischtennisturnier in größerem Umfang ausgerichtet werden. Diese Veranstaltung wurde dann über einige Jahre hinweg zur Tradition und auch über die Kreisgrenze hinaus bekannt. An den Turniertagen war es keine Seltenheit, wenn die Spieler mit dem Fahrrad, dem Linienbus oder gar zu Fuß vom Bahnhof angereist kamen.

Neben dem Saal im Gasthaus „Zur Linde“ wurde auch die Schule als Spiel- und Übernachtungslokal zweckentfremdet. Noch heute trifft man ein paar alte Sportkameraden aus anderen Vereinen, die sich gerne an diese Turniere und den anschließenden „Sportlerball“ erinnern. Diese Veranstaltung war ein echter Höhepunkt im Dorfgeschehen.

Nach und nach vergrößerte sich die Abteilung, so dass Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre bereits regelmäßig drei Seniorenmannschaften am Rundenbetrieb teilnahmen.

In der Vereinsgeschichte wird besonders vermerkt, dass der Fortbestand der Sportgemeinschaft Oberquembach durch den Tischtennisbetrieb gesichert wurde, als der Fußball vorübergehend ruhte.

Dass unsere Abteilung in den vergangenen fünfzig Jahren ohne größere Probleme bestehen konnte, beweist die Tatsache, dass in dieser Zeit nur sieben Sportkameraden die Abteilung führten:

1953 – 1959             Willi Ebert
1959 – 1962             Herbert Ebert
1962 – 1986             Edmund Hartmannshenn
1986 – 1991             Wilfried Beimborn
1991 – 1994             Gerhard Wiederhold
1994 – 2004             Sandro Hirth
2004 – heute            Ingolf Emrich

Um ein breites Potenzial an schlagkräftigen Spielern aufzubauen, beschlossen die Vorstände der Sportvereine Oberquembach und Niederquembach im Jahre 1973 die TT-Abteilungen zu einer Spielgemeinschaft zusammen zu fassen.